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Ich liebe lesen, habe ein Leseschaf, schreibe Rezensionen und blogge seit neuestem darüber.

Sowieso und überhaupt nicht langweilig!

Seit meiner Kindheit bin ich großer Christine Nöstlinger Fan, ich mag ihren von Wiener Schmäh durchsetzten gerade heraus Schreibstil. Auf der Suche nach einer Gretchen Sackmeier Ausgabe (leider nur noch als E-Book erhältlich) bin ich auf dieses Buch gestossen und konnte mich nicht mehr an den Inhalt erinnern. Ein Grund es noch mal zu lesen :-)

 

Buchinhalt:

In der Familie Popelbauer geht es turbulent zu: Der 13 jährige Anatol, von allen Ani genannt, ist ein zurückgezogener Bücherwurm. Seine 15 Jahre alte Schwester Karoline, von allen Karli genannt, hat nur Jungs, aber nicht die Schule im Kopf. Das Nesthäckchen, der 7 jährige Benjamin, von allen Speedi genannt, strotz vor Selbstbewußtsein. Sissi und Rainer Poppelbauer, die Eltern der drei sind nur noch am streiten und wollen sich scheiden lassen, weil der Papa jetzt einen "Wilma-Fisch" und die Mama den Dr. Zwickleder hat. Das finden die Sprösslinge fies und unfair, dass mal wieder keiner auf sie hört und ihre Meinung gar nichts zählt. Sie setzen alles dran mit mehr oder weniger Erfolg, das zu ändern.

 

Das gefällt mir:

 

Endlich mal eine Geschichte über Trennungskinder, bei der die Kinder zu Wort kommen. Die Geschichte wird aus den jeweils unterschiedlichen Perspektiven der 3 Kinder erzählt. Jeder kommt für ein Kapitel zu Wort. Dabei werden die jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstufen und Gedankenwelten von Ani, Karli und Speedy beschrieben und ihr jeweiliger Umgang mit der Situation: Der Ani, der zwar weiß, was um ihn passiert, aber sich in seine Bücherwelt zurückzieht. Karli, die nur Jungs im Kopf hat und nicht glaub, dass die Eltern sich trennen, selbst als der Papa schon ausgezogen ist und Speedy, der als 7 jähriger die Meinung vertritt, wenn keiner für mich Zeit hat, ziehe ich zur Oma, denn die hat immer Zeit.

Mir hat sehr gefallen, dass es hier nicht um Schwarz-Weiß-Malerei geht, sondern die Situation einer Familie erzählt wird, die trotz Trennung udn neuer Partner weitermacht und sich mit ihren Vorbehalten und Vorurteilen auseinandersetzt. Christine Nöstlingers unvergleichlicher Schreibstil, der humoristisch und direkt ist, ohne einen mahnenden Zeigefinger zu heben, tut sein übriges dabei einen "besinnlich-heiteren Familienroman" (so lautet der Untertitel) entstehen zu lassen. Angesichts der Situationskomik habe ich nicht nur einmal schmunzeln müssen.

 

Das gefällt mir nicht:

 

Ich hätte gerne noch weitergelesen, aber leider war schon nach 168 Seiten Schluss.

 

 

Mein Fazit:

"Sowieso und überhaupt nicht! Wäre es nach mit gegangen, wäre es halt wegen irgendetwas anderem losgegangen! Eheleute, die streiten wollen, finden immer einen Anlass!" (Ani zur Karli Seite 32)

 

Damit bleibt mir zu zu sagen. Tolles Buch, toll geschrieben und auch für Erwachsene empfehlenswert